Induktives Kodieren

Induktives Kodieren:

Der Begriff ‚induktiv‘ bedeutet, dass vom Einzelnen zum Allgemeinen geschlossen wird. Kodieren heißt, dass Textabschnitten oder Textstellen im Material bestimmte Codes zugeordnet werden. Induktives Kodieren meint folglich die Generierung von Codes aus dem erhobenen Material. Sie lesen also ihr Material (Transkripte, Beobachtungsprotokolle, andere Dokumente) sehr gründlich und versuchen daraus Themen/Kategorien herzuleiten, welche die Textstelle thematisch und knapp darstellt. So könnte beispielsweise aus der Aussage einer Lehrerin, dass die Klasse viel zu unruhig sei, der Code ‚Bewertung des Verhaltens der Klasse‘ oder je nach Fragestellung ‚Unzufriedenheit mit dem Verhalten der Klasse‘ generiert werden. Sie werden zunächst sehr viele Codes verwenden und können diese in den nächsten Schritten zusammenfassen. Natürlich werden sie im Laufe Ihrer Analyse auch deduktiv kodieren, d. h. Sie werden die schon generierten Codes auf ihr Material anwenden (z. B. würde der Code ‚Unzufriedenheit mit dem Verhalten der Klasse‘ ebenfalls passen, wenn ein anderer Lehrer über die Unpünktlichkeit seiner Schüler*innen klagt).