Ethnographie

Ethnographie/Feldforschung

Mit Ethnographie oder Feldforschung bezeichnet man einen bestimmten Forschungszugang, der verschiedene vornehmlich qualitative Forschungsmethoden miteinander verbindet, um lokalen Alltagskulturen möglichst nahezukommen. Forscht man ethnographisch, so versucht man typische Interaktions- und Lebensformen, Praktiken und Rituale dieser Kultur zu finden und zu rekonstruieren. ‚Kultur‘ ist dabei nicht normativ oder holistisch gefasst, sondern bezieht sich auf plurale Lebens- und Arbeitsformen so z. B. auf Lernkulturen in Schulklassen, Organisationskulturen in Unternehmen oder Peerkulturen in Jugendtreffs. Der ethnographische Forschungsansatz ist im Kontext von ethnologischer Kulturanalyse entstanden, wurde in den 1920ern der Chicago School auf Subkulturforschung übertragen und bietet aktuell den zentralen Zugang, um Alltagskulturen bspw. in Organisationen zu untersuchen.

Dabei können zahlreiche Datenerhebungsmethoden wie Interviews, Dokumentensammlungen oder Audioaufnahmen angewendet werden; die zentrale Methode der Ethnographie ist aber die Teilnehmende Beobachtung. Teilnehmend beobachtend bedeutet, dass der/die Forschende am Alltag der Beforschten teilnimmt und die Interaktionen möglichst selbst mitvollzieht, um dadurch eine möglichst genaue Kenntnis des Feldes zu bekommen. Eine besondere Herausforderung der ethnographischen Forschung besteht darin, die vielen verschiedenen Datentypen im Sinne der eigenen Forschungsfrage auszuwerten. Dabei wird häufig die Methodologie der Grounded Theory verfolgt.

Ethnographische Organisationsstudien

Ethnographische Organisationsforschungen

Ethnographische Subkulturforschung